Wenn die Arbeit schon da ist und das Leben dazu kommt. Eine Kritik der Work-Life-Balance-Theorie

Aus meine zeit ist mein leben

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WENN DIE ARBEIT SCHON DA IST UND DAS LEBEN DAZUKOMMT.

Eine Kritik der Work-Life-Balance-Theorie

von Dr. Eva Bockenheimer


Der Begriff „Work-Life-Balance“ ist seit einigen Jahren in aller Munde. Gemeint ist damit die Überlegung, dass es eine gesunde und angemessene Balance von Arbeit und Leben geben muss. Dies wird auch häufig bei der Prävention von Burnout in den Mittelpunkt gerückt. Und wer wünscht sich eine solche Balance nicht? Jedenfalls scheint es unmittelbar einleuchtend zu sein, dass wir nicht nur leben, um zu arbeiten und dass es außerhalb der Arbeitszeit noch etwas anderes geben muss, wenn wir gesund und zufrieden sein möchten – zum Beispiel Freundinnen und Freunde, Partnerinnen und Partner, Familie, Hobbies usw. Der Vortrag stellt die Hintergründe und Theorien von Work-Life-Balance dar und hinterfragt sie dann aus gewerkschaftlicher Perspektive. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass in der Work Life Balance Theorie Arbeit und Leben entgegengesetzt werden und dass die Arbeit dabei an erster Stelle kommt. Ist dies angemessen? Kommt das Leben dann erst dazu? Und ist die Arbeit nicht Teil meines Lebens? Beim Hinterfragen wird ein Problem deutlich: Dass ich nämlich als einzelner arbeitender Mensch keine direkte Kontrolle über meine Arbeitsbedingungen habe. Gerade weil die Arbeitsbedingungen von anderen bestimmt werden, wird jede neu erarbeitete Balance immer wieder von den Unternehmen auf die Probe gestellt. Bei diesen ständigen Balanceakten steht jede und jeder erstmal alleine da. Mit diesem Problem kann man sich nur gemeinschaftlich auseinandersetzen, gerade hier sind also Betriebsräte und Gewerkschaften gefragt. Grund genug, sich einmal mit einer ausführlichen Kritik der „Work-Life-Balance“-Theorie zu beschäftigen.



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